Dies ist eine den Eumig HiFi-Cassettendecks gewidmete Seite.
Eumig betrat Ende der 70er Jahre den Hifi Markt und setzte gleich mit 3 sehr innovativen Cassettendecks die etablierten Firmen unter Druck


die da wären:
  • der Metropolitan CCD (da fehlt mir noch ein Funktionstüchtiges Exemplar)
  • der FL-1000µP
  • der FL-900






  • Los gehts, mit dem Flagschiff, dem FL-1000µP

    Kurz die Daten:
  • EU-Bus zum Anschluss eines Computers
  • 2-Motoren Laufwerk
  • 3-Köpfe, Hinterbandkontrolle & Echo
  • Dolby B oder HighCom Rauschunterdrückung
  • Bias-Einmessung bei HighCom Variante, Bias & Level bei Dolby
  • 2 Lineeingänge, 1 Mikrofoneingang + Mischer
  • Neupreis: 2500DM (HighCom), 2000DM (Dolby)
  • Multiplex-Filter

  • Der FL-1000µP ist schon irgendwie anders ...
    Aus 'High-End'-Sicht gesehn schreckt man erstmal zurück: keine Schwungmasse, kein Doppelcapstan, kann das denn klanglich Funktionieren ?
    Nun, evtl sind diese beiden Merkmale auch nur ein Verkaufsargument der Industrie dessen quantitativen Einfluss auf die Klangqualität man nicht überschätzen sollte ? Der FL-1000 bestätigt diese Vermutung. Seine optoelektronische Drehzahlkontrolle, die 15000 Impulse/Sekunde auswertet und auf die Eumig zurecht Stolz war, kann eine Schwungmasse ohne Zweifel ersätzen.
    Viel wichtiger sind z.B. gute Tonköpfe mit denen man das Band hoch austeuern kann.



    Ein Vorreiter war der FL-1000 auch dahingehend das er einer der ersten Recorder gewesen sein dürfte der komplett auf stromhungrige & laute Hubmagnete verzichtet, er vermag aber schon bei plötzlichem Stromausfall die Mechnik noch in die 'Stop'- Stellung zu bewegen. Auch das störende klacken wenn man von 'Pause' auf 'Play' schaltet umgeht der FL dank seines massearmen Capstanantriebs indem er einfach die Capstanwelle blitzschnell (angeblich innerhalb von 40ms) auf Nenndrehzahl beschleunigt während die Andruckrolle in Play-Position verbleibt.



    Viele Konkurrenzmodelle die stolz ein 'Computerized' im Prospekt stehen hatten entpuppten sich bei näherem hinsehn als Mogelpackung (man schaue sich nur mal den Sharp/Optonica 'electronic tape precessor' RT3838 an...), dagegen steckt im FL-1000µP schon ein richtiges Elektronenhirn (µP steht für Microprozessor). Viele der schönen Details dieser Steuerung fallen erst nach längerer Benutzung auf, wird zum Beispiel das Bandende erreicht so wird 'End' im Zählwerksdisplay angezeigt und es bleiben die dann unsinnigen Laufwerksfunktionen wie 'Play' und 'Schneller Vorlauf' gesperrt. Man kann auch einen Zählwerksstand eintippen und dem Recorder den Befehl geben dorthin zu spulen, ist er dann noch 100 Punke von der Position entfernt so wird das Tempo mehrstufig gedrosselt und bei der gewünschten Position exakt gestoppt. Dazu kann man das Umspultempo auch manuell drosseln indem man die entsprechende Umspultaste gedrückt hält. Angenehm auch das hohe Rückspultempo, beim Vorspulen allerdings gehts eher normal zur sache da er dabei 'blind' ist und so nicht vorm erreichen des Bandendes abbremsen kann.




    So richtig interessant wirds wenn mehrere FL's via Homecomputer (von Eumig gabs Programme für die Commodore PET-Serie und andere) in Verbindung treten. Dazu kann man mittels einer 4-Bit Addrescodierleiste dem Gerät eine eindeutige Addresse zuweisen und dann bis zu 16 Maschinen an den Rechner anschliess en. Der FL kann dann seinen Status wie zB Zählwerksstand, Schreibschutz usw an den Rechner übertragen und natülich Befehle vom selbigen empfangen. So kann er z.B. am Anfang der Cassette ein Inhaltsverzeichnis der Lieder die darauf sind abspeichern und so die Titelanwahl per Computer erleichtern. Auch konnte man den FL's komplett als Streamer verwenden, durch seine Fähigkeit hohe Frequenzen aufzuzeichnen war die Datendichte für damalige Verhältnisse recht hoch, und durch das schnell laufende, präzise Zählwerk konnten einzelne Datenblöcke gezielt angefahren werden.



    Ende 1981 wurde Eumig leider schon gezwungen die Produktion des FL-1000 einzustellen, vermutlich wegen sich anbahnender finanzieller Probleme, es gab dann noch Gerüchte Eumig wolle eine aufgebohrte Profiversion des FL-1000 bauen, aber daraus wurde leider nichts da die Firma wenig später in Konkurs ging.

    P.S. ich will ja auch garnicht über Optonica meckern, haben die doch später mit dem RT9100-Monster gezeigt das auch sie feine Recorder bauen können.


    kleine Bildergallerie (more to come)...

    1712x678X16M 2048x1536x16M | 0.46MB 2048x1536x16M | 0.27MB 1024x768X16M



    der selbstlauffähige FL-1000µP in seinem Element:



    Leider ist es mittlerweile schier unmöglich geworden irgendwo einen Funktionstüchtigen FL-1000µP zu erstehn. Zwar werden z.B. bei ebay des öfteren 1000er angeboten, aber man muss einfach davon ausgehen das diese Gerät nicht funktionieren. Zu verschleissanfällig ist die Mechanik, und Ersatzteile sind, wenn überhaupt, nur bei einem Händler in Österreich zu bekommen (siehe Links). Dazu wird an den Geräten durch Radio- und Fernsehtechniker oft verschlimmbessert. Wie mir Herr Gasper bestätigte ist der FL-1000 sehr schwierig zu Handhaben was Reperaturen und Service betrifft.





    So, nun ist der FL-900 auch mal angekommen ...
    Ein paar Fakten:
  • Ist ein Alpage (=Alpine=Alps) AL300 im Eumig-Kleid
  • 2-Motoren, 2-Zugmagnete
  • 3-Köpfe, Hinderbandkontrolle
  • Kanalgetrennete Bias-& Pegeleinmessung mit 2 Testtönen
  • Dolby B Rauschminderung
  • 1 Lineeingang, 1 Mikrofoneingang, mischbar
  • Neupreis: 1200,-
  • Multiplex-Filter
  • In den wenigen Betriebsstunden die der FL-900 bei mir lief habe ich einen guten Eindruck von ihm bekommen. Das Einmessen mit hilfe der Testtöne und der Austreuerungsanzeige geht sehr flott und vor allem das Ergebnis stimmt auch ! Klanglich war ich verblüfft wie gut die alte Kiste noch dabei war, allenfalls eine Mittenschwäche bei modernen 2-Schicht Chrombändern war hörbar.
    Allerdings rauscht der Wiedergabeverstärker sehr stark und über Dolby-B brauch man auch nix mehr sagen.

    Die Mechanik hat leider auch so ihre Tücken wie ich meine ... Einerseits bringt sie mit alles mit für den guten Sound (Dual-Capstan, dicke Schwungmassen), andererseits wird der Kopfschlitten dermassen gnadenlos hochgeknallt das man besser den Schraubenzieher immer in Reichweite hat um den Azimut zu nachzujustieren ... Ausserdem ist für den Wiedergabebetrieb eine extreme Untersetzng des Wickelmotors vorhanden, das bedeudet das der Wickelmotor beim Playbetrieb immer auf voller Leistung läuft was leider deutlich zu hören ist ...

    Alps - der Name steht für besonders hochwertige Potis, man sollte meinen das die Firma ihrem damaligen Topmodell entsprechende Regler spendiert hat, aber leider ist das nicht der Fall. Die in dem FL900 eingebauten Regler sind so ziemlich das Wackeligste was ich jemals in nem Hifi-Gerät gesehn (gefühlt) habe :-(









    Links:
    Hier gehts zu einer weiteren Fansite von Eumig-Hifi, auch die Addresse der letzten verblieben (inoffiziellen) Eumig Service Werkstatt gibts dort
    Ein virtuelles Eumig-Museum zur Erinnerung and die EUMIG Elektrizitäts- und Metallwaren-Industrie Gesellschaft m.b.H.
    Einen sehr lesenswerten Artikel über Cassettenrecorder gibts hier (allerdings kein Eumig-Artikel)












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