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Ca. 1994 kam der VFX1 von der Firma 'Forte VR' auf den Markt, es war meines Wissens der erste Konsumer-Helm überhaupt.
Der Neupreis lag bei 1800DM, nicht gerade wenig für ein Spielzeug sollte man meinen,
zumal die technischen Daten eher abschreckent wirkten. Vor allem die geringe Auflösung der Displays
von gerade mal 263x230 Pixeln liesen Zweifel an der optischen Darstellungsqualität aufkommen. (oft wird die Auflösung mit 789x230 angegeben,
z.B. bei ebay Auktionen, das ist entweder Dummheit oder Betrug, denn es kann nicht sein das man die Summe der roten, grünen und blauen Pixel angibt ...)
Wie auch immer, ich entschloss mich im Frühjahr 2001 dazu mir den VFX1 zuzulegen, das wieder auffachende
System Shock Fieber & der günstige Preis von 250DM bei ebay waren die Gründe dazu.
Einige Tage später brachte mir die Post das Päckchen vorbei. Also: nix wie auspacken und losdaddeln! Im Karton fand ich: Nun gings also ans einbauen & anschließen ... Und schon gabs die ersten Probleme ... Die 'Access.bus' Karte (ISA,) welche dem Helm beiliegt, hat volle Baulänge und passte deshalb nicht in den einzigen noch freien ISA-Slot. Also erstmal Karten swappen... Diese Access.bus Karte wird über ein Flachbandkabel mit dem Feature Connector der Grafikkarte verbunden, das wusste ich vor dem Kauf und hatte mich auch vergewissert das meine NoName S3-Karte einen solchen Anschluss hat. Ich wusste jedoch nicht das der Feature Connector 26 Pins hat, und so gab es die nächste böse Überraschung da der FC auf meiner Graka über 30 Pins verfügt. Nachdem ich auch noch enttäuscht feststellen musste das keine weitere Graka in meiner Hardware-Gerümpel-Ecke zu finden ist entschloss ich mich mir die S3 mal genauer anzuschaun. Und siehe da: auf der Platine ist Tatsächlich eingezeichnet welche 26 der 30 Pins zum Standart Feature Connector gehören. Also flux die überflüssigen Pins abgeschnitten, Stecker drauf, und endlich Einschalten. Ein passendes Audio-Kabel musste ich mir allerdings erst noch basteln: man braucht 3.5mm Klinke auf 3.5mm Klinke und das jeweils einmal für Sound & Mikrofon (Soundkarte <-> Access.bus). Erfahrungsgemäß sind beiliegende Treiber eh veraltet, also schnell aus dem Netz die aktuellen downloaden. Die Installation geht ohne Probleme vonstatten. Die IO-Addresse wird per Jumper auf dem Board festgelegt, der Interrupt kann dann per Software eingestellt werden. Es werden noch ein paar Zeilen der autoexec.bat hinzugefügt und das wars dann. Den Hinweis tunlichst den emm386.exe zu verwenden ignoriere ich erstmal da ich gelegentlich Probleme damit hatte und meine installieren Spiele auch ohne diesen laufen. Da der FC meiner S3-Karte per default disablet is musste ich mir erst noch ein Tool downloaden welches diesen enabelt. Somit ist der Helm nach dem booten schon Betriebsbereit und zeigt auf seinen Displays das gleiche was auch auf dem Monitor zu sehen ist. Lesen kann man den DOS-Textmode aber nur mit großer Mühe, die Buchstaben sind wegen der niedrigen Auflösung verstümmelt. Aber egal, erstmal System Shock starten! Das Spiel hat die VFX1-Unterstützung native drin und sollte daher auf Anhieb laufen.
Aber es kam anders: das Spiel startet ganz normal und man kann im Optionsmenu einige Einstellungen den Helm betreffent vornehmen. Aber was ich auch versuchte, das Headtracking und der Cyberpuck blieben ohne Funktion, doch dazu später.
Zudem war das Bild unscharf und nu schien mir das Helmdesign sehr unpraktisch: Um an den Okularen die Bildschärfe einstellen zu können muss man das Visier etwas hoch drücken um überhaupt ranzukommen. Sitzt das Visier aber nicht richtig kann man nicht sehn ob die Schärfe denn nu stimmt. Somit wird das ganze zu einem Gedultsspiel welches sich auch noch dauernt wiederholt da die Stellringe sehr locker sind und sich bei der kleinsten Berührung schon wieder verstellen. Also man wünscht sich eine von außen zugängliche Okularverstellung und eine Möglichkeit das ganz dann zu fixieren. Warum das dem Hersteller nicht aufgefallen ist wird wohl deren Geheimnis bleiben.
Hat man es dann doch mal geschafft sich einzurichten gibts am Helmkomfort kaum noch was auszusetzen.![]() Nun zum Headtracker und dem Cyberpuck: Wie sich später herausstellte muss der EMM386 geladen werden damit diese Funktionieren. Also besser mal auf das Readme achten :) Aber selbst mit dem EMM386 gabs dann noch Probleme. Mal ging nur der Cyberpuck , mal nur der Headtracker, mal garnichts. Mir scheints ein Bug im Treiber zu sein, aber fest steht: den Rechner aus/einschalten hilft in solchen Fällen dann immer. Das Tool setvfx1.exe ist übrigens recht trügerisch. Man kann die Helmfunktionen damit testen und sie funktionieren mit dem tool auch immer, aber im eigentlichen Spiel gibts dann halt öfters mal Probleme ... Ok, aber nun zurück zu System Shock, aber jetzt mit vollem Funktionumfang: Als erstes muss ich sagen: Das Headtracking begeistert! Zumindest bei SShock stellt es einen richtigen Mehrwert dar. Es gibt einem den Freiheitsgrad den man bei diesem Spiel einfach braucht. Bei anderen Spielen wo es extrem auf Reaktionen und Schnelligkeit ankommt, wie z.B. Quake, ist das Headtracking jedoch zu träge. Die bewegungen des Kopfes werden mit einer (geringen) Verzögerung weitergegeben und bei Quake ist das ein Handicap! Zudem klappt das Visier einfach nach vorne wenn man nach unten schaut, naja, ist halt 2nd-Hand und wohl ein wenig ausgeleiert. Leider habe ich bisher keine Möglichkeit gefunden die Halterung strammer einzustellen ... Des weiteren muss ich monieren: Die Displays sind einfach zu schlecht! Man ist mittlerweile eben besseres gewohnt. Man kann noch nicht mal die Schrift erkennen, höchstens erahnen, obwohl das Spiel schon mit nur 320x200 läuft. Das hätten die Macher von System Shock aber auch anpassen können. Bei Descent z.B. wird die Schrift im VFX1-Mode extragroß dargestellt, da kann man sie ohne Probleme entziffern. Zudem ist die Hintergrundbeleuchtung der Displays irgendwie zu stark. Es gibt kein tiefes schwarz, alles was dunkel sein soll ist wie mit einem Grauschleier belegt. Ansonsten gibts aber wenig auszusetzen, der Kontrast und Farben stimmen. Und wenn man duch die Gänge schleicht stört noch nicht mal mehr die geringe Auflösung. Was den Cyberpuck betrifft: ich kann mich nicht damit anfreunden ... Es ist eben immer das gleiche wenn man versucht mit soetwas zu spielen, obs nu ein Joystick, ein Spaceorb oder eben ein Cyberpuck ist... Ein solches Eingabegerät setzt den Betrag der Auslenkung und deren Dauer in eine Bewegung um, und sowas ist und bleibt einfach zu unpräzise. Das musste ich auch bei SShock wiedermal feststellen und so habe ich den Cyberpuck während dem Spiel einfach aussteckt, schliesslich ist der Access.bus ja Hotplugging-Fähig. ![]() Richtig begeistern können die eingebauten Kopfhörer des Helms, kein Wunder denn sie stammen von der renommierten Firma AKG aus Österreich welche nicht zu unrecht einen ausgezeichneten Ruf in der Hifi-Szene hat. Das eingebaute Mikrofon habe ich noch nicht getestet, es sitzt im Visier fast auf Augenhöhe, man kann kaum glauben das es da viel mitbekommt ... Mein Fazit: Ein schönes Konzept so ein Helm, aber er muss auch mit entsprechender Technik ausgestattet sein. Für Forte VR war der VFX1 wohl ein finanzielles Disaster welches sie nicht überlebt hat, sie wurde von Interactive Imaging Systems übernommen. Der VFX1 gibt aber einen Vorgeschmack auf das was da noch kommen mag. Nur leider ist es ruhig geworden im Konsumerbereich was solche Helme betrifft, dabei gibt es ja schon richtig Gute mittlerweile, z.B. der Nachfolger vom VFX1, der VFX-3D hat hochauflösende Displays, eine verbesserte Optik und soll über ein verzögerungsfreies Headtracking verfügen. Leider kostet das gute Stück fast 2000$ :( Daher wird er wohl für immer ein Traum bleiben, aber genau das dachte ich über den VFX1 ja auch mal ... Ein paar Links Interactive Imaging Systems Cyberhaven Mindflux |